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Oliver Scholten 1963 - geboren in Berlin 1981 - Abitur 1982-86 - Werkstatt für Fotografie Berlin - Kreuzberg 1983-85 - Lette Verein Berlin / Ausbildung zum Fotografen od 1986 - Dozent für Fotografie in Berlin am Photocentrum - Kreuzberg 1987 - freischaffender Künstler seit 1997-2000 - Dozent für Fotografie an der Freien Kunstschule Berlin 2001-2004 - an der Freien Akademie für Kunst Berlin (ehemalige Freie Kunstschule Berlin) bei der Galerie imago Fotokunst Berlin od 2004 - wünstlerische Betreuung einjähriger Fotoklassen Lebt in Berlin |
Fragmenty/Wall
Das zwanzigste Jahrhundert war ein Jahrhundert des Bildes.(...) In Wall kaufe ich Familienalben auf. Die Bilder (Ikonen) werden je ein letztes Mal betrachtet und dann zerschreddert. Abgepackt und in durchsichtige Plastiksäcke aufeinandergeschichtet ergeben sie einen Wall (...)
Fragmente nimmt sich der Reste dieser Zerstörung (...)
Irgendwann wird es mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Art Medienarchäologie geben, die versucht, aus den verbliebenen Bildresten vergangener Jahrhunderte eine visuelle Geschichte jener Zeit zu rekonstruieren.
Das Beispiel persönlicher Geschichte bietet da immer ein sehr adäquates Modell. Fragmente greift dies auf und geht ähnlich vor.
Bildreste werden sortiert.
Nach Farbe, Grösse oder spezifischem Inhalt werden Gruppen zusammengestellt, die dann den Pool bilden, aus dem einzelne Geschichten bruchstückhaft (re)konstruiert werden.
Geschichte wird neu geschrieben. (...)
Oliver Scholten
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Matthias Melster 1966 - geboren in Berlin-Pankow 1972-1982 - 10-klassige Oberschule in Pankow Abitur wird aus politischen Gründen verweigert (ständig eigene Meinung) deshalb 1982-1985 - Ausbildung zum Zahntechniker an der Charité 1887 - insgesamt 10-monatige Haft augrund eines gescheiterten Fluchtversuchs an der tschechischen Grenze Februar 1988 - Aussiedlung in die Bundesrepublik 1991 - Rückkehr nach Berlin Od 1996 - Besucherreferent in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen 1998-2001 - Abitur im zweiten Bildungsweg am Berlin-Kolleg 2004 - Ausbildung in künstlerischer Fotografie bei Oliver Scholten an der Galerie "imago-fotokunst" Januar 2005 - gemeinsame Abschlussausstellung der Fotoklasse von Oliver Scholten momentan: Referent im Bereich politische Bildung, freischaffender Fotokünstler |
Matthias Melster
Für die Meisten hat sie etwas mit Zeit zu tun : gelebter Zeit, erinnerter Zeit. Erinnerung ist das Wiederhervorbringen von Bewusstseinsinhalten durch das Gedächtnis. Das Gedächtnis, wie eigentlich jeder in seinem Inneren weiß, entspricht jedoch nicht der so zeitgemäßen Vorstellung eines rein technologischen Informationsspeichers, der je nach Bedürfnis beliebig abgerufen werden kann und immer dieselben Informationen reproduziert. Gelebte Zeit ist weitaus mehr, als gespeicherte Information; es ist gelebte Geschichte. Und so ist Fotografie eben mehr , als bloße, gespeicherte Information.
So sind die Bilder von Matthias Melster von der Handlung des Fotografierenden und vom Inhalt mehr, als lediglich informativ aufgearbeitete und abgelichtete Geschichte.
Erinnerung kann schön sein, kann geschönt sein. Erinnerung kann schmerzlich und schmerzhaft gemacht worden sein. Die Fotografie als Erinnerungsstütze ist eine Möglichkeit, damit umzugehen. Matthias Melster hat sich dem gestellt. Dem eigenen Gelebtem, dem eigenen Erinnnern und der Suche nach der Form, der die erzählte Geschichte überflüssig macht. Schonungslos hat er sich mit dem Erlebten ausdeinandergesetzt, auf der Suche nach der Form, die Ihm entspricht und sich trotzdem aus dem rein Persönlichem heraushebt.
Die Verwendung von Polaroidmaterial zur nachträglichen Aufarbeitung seiner Inhaftierungssituation unterstreicht mit der Materialimmanenz des SOFORTBILDES die Authentizität ebenso, wie es in seiner unzulänglichen technischen Perfektion gerade die persönliche Position unterstreicht.
Matthias Melster arbeitet heute in der Gedenkstätte Hohenschönhausen als Führer von Besuchergruppen, dort wo er seine eigene Haft erlebt hat.
Die Geschichte seiner versuchten Republikflucht aus der ehemaligen DDR wurde zusammen mit seiner damaligen Mitstreiterin verfilmt und lief auf der Letzten Berlinale im Forum des Jungen Films als vielbeachteter Dokumetarfilm, sowie auf weiteren Filmfestivals.
Oliver Scholten


